Offener Brief der BJB an die MLPD

Offener Brief der BJB an die MLPD (Marxistisch-Leninistische Partei Deutschlands)


Wir, die Bonner Jugendbewegung sind eine überparteiliche, offene und antikapitalistische Jugendgruppe aus Bonn. Bei uns sind alle willkommen, die sich mit uns gemeinsam politisch engagieren wollen. In der Vergangenheit haben wir in diversen Bündnissen und zu verschiedensten Aktionen mit Gruppen, Parteien und NGO‘s aus dem linksradikalen bis sozialdemokratischen Spektrum zusammen gearbeitet, immer mit der Prämisse der Wahrung unserer Überparteilichkeit. So wie mit vielen Anderen haben wir dies auch mit der MLPD gemacht.

Bei unserem Café Allez „Profit vs. Planet“ am 26.03., zu dem wir mit einem Sympathisanten der MLPD kooperierten, empfanden wir das Verhalten der MLPD allerdings als so unsolidarisch, dass wir uns nun dazu äußern wollen. Dies tun wir auch öffentlich, damit der Prozess linker Kritik und Selbstkritik öffentlich nachvollziehbar ist und wir etwaigen Verfälschungen unserer Kritik an den GenossInnen der MLPD aus dem Weg gehen können.

Allgemein ist unser Konsens, dass wir Materialstände von anderen Gruppen, besonders Parteien nicht bei unseren Veranstaltungen wollen, außer wenn wir einen triftigen Grund dafür sehen und unser offenes Treffen es so beschließt. Das tun wir, um unsere Überparteilichkeit und unseren offenen Charakter zu wahren.

So beschlossen wir auch für das Café Allez, dass der Referent zwar auf das MLPD Buch „Katastrophenalarm“ verweise dürfe und die Bücher ausgelegt werden können, ansonsten aber nur ein Stand von uns und der Roten Hilfe e.V. gewünscht ist.

Die Anwesenden AktivistInnen und SympathisantInnen der MLPD sahen allerdings keinen Grund, unseren demokratischen Beschluss zu respektieren und stellten uns vor die Wahl: Entweder sollte die MLPD einen Parteistand aufbauen dürfen, oder der Vortrag könne nicht wie geplant stattfinden, da der Hauptreferent wieder abreisen würde. Das fassen wir als Erpressung und Missachtung unserer Gruppenentscheidungen sowie demokratischer und solidarischer Prinzipien auf. Für uns sind solche Umgangsweisen mit GenossInnen und Bündnispartnern unter keinen Umständen akzeptabel.

Es handelt sich bei dem Vorfall auch keineswegs um einen „Ausrutscher im Eifer des Gefechts“ – es gab vor der Veranstaltung genügend Zeit für die Sympathisanten und Mitglieder der MLPD sich zu überlegen wie sie sich unserem Beschluss und Willen gegenüber Verhalten wollen und sie haben sich bewusst entschieden. Durch solche Vorfälle wird der Eindruck erweckt als hätte solch ein Umgang bei der MLPD System. Unter solchen Umständen ist eine vertrauensvolle Zusammenarbeit bis auf weiteres nicht mehr möglich.
Bonner Jugendbewegung

Comments ( 2 )

  1. Replyali
    Das ist richtig. Ihr habt sich solidarisch benommen, so wie Ihr beschreibt. Ich war am 1 Mai bei euch in Demo und auch beim Stand. Ich muss sagen Ihr seid KLASSE. Es ist auch nicht schlecht wenn Ihr die Anderen (unter anderen MLPD) zu diskutieren einladen und Wer sich in den Klassenkampf Über erheblich benimmt zu kritisieren und wenn alles nicht hilft das Resultat veröffentlichen. Wir sind zusammen STARK ali

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