Offener Brief an Sercem

Lieber Sercem,

Am 31.Mai 2017 warst du Teil des Protestes, der Verhinderung der Abschiebung von Asef N. zum Ziel hatte.

Die Polizei ging äußerst brutal gegen die Gruppe von Berufschüler*innen vor und versucht diese nun im Nachhall in „vernünftige Berufsschüler“ und „gewaltbereite Linksextremisten“ zu spalten.

So versuchen sie ihre Maßnahme zu rechtfertigen und den legitimen Protest der Schüler*innen zu diskreditieren.

Auch diese Aktion steht im Zeichen des Rechtsrucks der Regierung: So sitzt du seit nunmehr über 130 Tagen mit einem Mörder in einer Zelle und sollst nun als „Rädelsführer“ und nach dem reformierten § 114 StGB verurteilt werden.

Wir finden, dass es ein Unding ist, den legitimen Protest von Jugendlichen so zu unterbinden.

So wie es in Nürnberg passierte, so wie es in Hamburg geschah.

Auch von uns wurden in Hamburg 13 Aktivist*innen festgenommen, wovon 3 in Untersuchungshaft kamen.

Doch wir lassen uns nicht von ihnen einschüchtern, wir lassen uns nicht auf ihre Kampagne der Diskreditierung und Kriminalisierung des Protestes der Jugend ein, wir schenken ihnen kein Gehör, wenn sie sagen, dass unser Protest, unser Kampf, nicht legitim sei.

Denn legitim ist er nicht, wenn der Staat und die Bildzeitung es sagen.

Legitim ist er wenn wir wissen, dass wir für das Richtige protestieren, kämpfen und einstehen – gegen ihre Asyl- und Bildungspolitik, gegen ihre Lohndrückerei und Austerität, gegen ihre imperialistischen Kriege und die Reaktion.

Und das tatest du, als du gegen Abschiebung und für Integration, Toleranz und Menschlichkeit auf die Straße gingst.

Das taten wir und die zehntausenden Anderen, als wir gegen das menschenverachtende System der G20 auf die Straße gingen und für echte Demokratie, Umweltschutz, Gleichheit und Solidarität auf die Straße gingen.

Wir als Aktivist*innen und Gewerkschaftler*innen der Bonner Jugendbewegung und der ver.di Jugend NRW-Süd solidarisieren uns mit dir Sercem, deinen Mitstreiter*innen, Asef N. und eurer Aktion.

Wir sammeln Spenden für die Rote Hilfe und organisieren eine Kampagne gegen die Einschränkung des Versammlungsrechts in Form der kürzlichen Gesetzesverschärfungen.

Wir wünschen dir alles Gute für dein Verfahren, führe es politisch, kämpfe es durch, bleib stark und lass dich nicht runterziehen.

Alerta, Antifascista!

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