Hear our Voice! Demonstration zum Internationalen Frauentag in Bonn

Offenes Treffen zum Internationalen Frauentag: 2.3. | 18 Uhr | Bonn | DGB Haus | FB Event

Demonstration: 8.3. | 18 Uhr | Bonn | Kaiserplatz | FB Event

Aufruf: #2 Hear our Voice! Unsere Stimme gegen Sexismus erheben!

Am 8. März ist der internationale Tag der Frauen* – wir laden euch ein, gemeinsam unsere Stimmen gegen Gewalt, Unterdrückung und Ausbeutung von Frauen* zu erheben. Lasst uns gemeinsam mit Millionen anderen weltweit an diesem Tag gegen Sexismus und Gewalt aufstehen! Wir stehen auf für die Rechte von Frauen und kämpfen für eine Gesellschaft frei von Sexismus und Diskriminierung. Denn auf den ersten Blick mögen Frauen mit Männern gleichgestellt sein und viele Rechte wurden bereits erkämpft- doch „echte“ Gleichberechtigung ist auch hier und heute noch weit entfernt.

Gleiche Arbeit verdient gleichen Lohn!

Zwei Mini-Jobs und dann auch noch die Kinder versorgen und mit links den Haushalt schmeißen: Durch schlechte Bezahlung, leben immer mehr Frauen in Armut, auch hier in Deutschland. Denn Frauen verdienen immer noch durchschnittlich 21,6%1 weniger als Männer. Altersarmut und finanzielle Abhängigkeit von Partner, Familie oder Staat sind damit vorprogrammiert und für tausende Frauen bereits bittere Realität. Soziale Berufe wie Krankenpflegerinnen, Sozialarbeiterinnen und Erzieherinnen werden zum größten Teil von Frauen ausgeführt. Mehr als 82% aller Beschäftigten in der Pflege sind Frauen2! Das Klischee, dass „typische Frauenarbeit“ weniger wert wäre, als „Männerberufe“, sorgt dafür, dass diese Berufe, die für das Bestehen unserer Gesellschaft entscheidend sind, mit chronischer Überbelastung durch Personalmangel, schlechter Bezahlung und fehlender Anerkennung beantwortet werden. Dazu kommt, dass von vielen Frauen immer noch wie selbstverständlich verlangt wird, sich neben der Arbeit noch unbezahlt um Familie und den Haushalt zu kümmern. Fehlende bezahlbare Betreuungsangebote und unflexible Arbeitszeiten machen die Vereinbarkeit von Familie und Beruf jedoch geradezu unmöglich. Diese enorme Belastung macht viele Frauen sogar krank – Stress und Burnout stehen an der Tagesordnung.

Gegen Gewalt an Frauen und sexuelle Belästigung. Immer und Überall!

Ungewolltes Anfassen auf der Party, der sexistische Spruch vom Chef, wir alle kennen das. Über 100 Millionen Frauen in Europa (55 %) wurden in ihrem Leben bereits sexuell beläs 3 – tigt. Etwa ein Drittel davon berichtet, dass es sich bei den Tätern um Vorgesetzte, Kollegen oder Kunden handelte. So sieht die Realität der Gewalt gegen Frauen aus, in einer Gesellschaft die sich mit der Gleichberechtigung rühmt und Gewalt an Frauen als ein Problem anderer Kulturen abtut. Mehr als 100.000 Frauen in Deutschland erleiden im Jahr häusliche Gewalt. Nicht jede überlebt. 4 Jeden Tag findet in Deutschland ein Mord oder eine versuchte Tötung einer Frau innerhalb einer Partnerschaft statt.5 Fakt ist, sexualisierte Gewalt und Gewalt gegen Frauen existiert überall auf der Welt. Diese sind ein Symptom eines Frauenbildes, dass uns sagen will, dass Frauen willenlose, wertlose Objekte sind.

#metoo, #aufschrei -Unsere Stimme muss endlich gehört werden!

Dass Sexismus und Gewalt an Frauen so viel Aufmerksamkeit in den Medien erhalten hat, wie nach den den erschreckenden Veränderungen in den USA und der #metoo Kampagne, ist sicher lange her. Die öffentliche Diskussion über sexualisierte Gewalt war längst überfällig, doch anstatt mehr Unterstützung für Betroffene zu organisieren, antwortet die Politik mit leeren Floskeln wie „eine Armlänge Abstand“ oder „Hose statt kurzer Rock“. Die Opfer werden zu Schuldigen gemacht, und mit dem Trauma alleine gelassen. Sexismus ist kein „importiertes Problem“ durch Flüchtlinge, sondern alltägliche Normalität mit langer Tradition, auch hier in Deutschland. Vor allem (aber nicht nur) am Arbeitsplatz wirkt sexualisierte Gewalt als Mechanismus, die schlechtere gesellschaftliche Stellung von Frauen aufrecht zu erhalten. Es bleibt festzuhalten: Sexualisierte Gewalt hat nichts mit Sexualität zu tun, sondern mit Machtausübung. Sie zieht sich durch alle Schichten, sie findet zu allen Tageszeiten statt, an sämtlichen Orten und sie kann alle Geschlechter betreffen. In den meisten Fällen trifft es aber nach wie vor Frauen. Während der Sexist und Rassist Donald Trump jetzt mit seinen frauenverachtenden Äußerungen wie “Grab them by the pussy. You can do anything” für Empörung sorgt, können Parteien wie die AfD in Deutschland fordern, den Mangel an Kita-Plätzen dadurch zu lösen, indem man die Frau zurück in „ihre natürliche Umgebung“ schickt, zurück an den Herd. Da kann sie sich um Ehemann und „idealerweise 3 oder mehr Kinder“ kümmern. Alleinerziehenden soll jegliche staatliche Unterstützung verwehrt werden und Abtreibungen verboten oder unmöglich gemacht werden. Solange Frau und Mann de facto nicht gleicht gestellt sind, solange diese Gleichstellung nur auf Papier geschrieben ist, aber nicht gelebt wird, solange muss gegen diese Ungerechtigkeiten in der Gesellschaft gekämpft werden!

Schluss mit Sexismus und Gewalt! Gemeinsam für die Rechte der Frau!

Die Bewegung für den Kampf für die Rechte der Frau ist international und vielfältig: Pfleger*innen fordern bessere Arbeitsbedingungen, Frauen in Polen und den USA lehnen sich gegen sexistische Politik auf und in nicht weniger als 56 Ländern werden Frauen am 8. März für Gleichstellung sogar in den Streik treten. Sich mit Frauen auf der ganzen Welt zu solidarisieren heißt, sich aktiv gegen Rassismus und Ausgrenzung von Menschen, die nicht der Norm entsprechen, zu stellen. Wir lassen uns nicht spalten, sei es aufgrund unserer Hautfarbe, sexuellen Identität, Religion oder körperlichen Einschränkungen. Wenn wir Frauen* gemeinsam kämpfen, können wir zusammen die Welt verändern. Alle Frauen*, Mädchen* und solidarischen Männer* sind eingeladen, sich uns anzuschließen. Auch hier in Bonn werden wir gemeinsam ein starkes Zeichen gegen Sexismus setzen. Wir laden euch ein, gemeinsam mit uns zu demonstrieren und anschließend zu diskutieren.

Kommt am 8. März zur Demo! 18 Uhr Kaiserplatz Bonn

Unsere Forderungen :

• Gleichwertige Arbeit verdient gleichen Lohn und Anerkennung! Pflege- und Sozialberufe aufwerten!

• Familie und Beruf dürfen sich nicht ausschließen: Rückkehrrecht aus der Teilzeit und Kita-Plätze für alle!

• Grenzen auf! Feminismus ist anti-rassistisch!

• Verbot sexistischer Werbung!

• Anerkennung frauenspezifischer Fluchtgründe!

• Bessere Unterstützung für Opfer sexualisierter und häuslicher Gewalt! Bessere Unterstützung für Frauenhäuser

• Zugängliche und breite Hilfsangebote für Opfer von sexistischer Diskriminierung und Belästigung

• Unser Körper, unsere Entscheidungen: Legalisierung von Abtreibung ! Beratungs -und Hilfsangebote ausbauen!

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