GentrifiWAS??? Die Stadt gehört Allen!

Als Gentrifizierung (engl. gentry „niederer Adel“), auch Gentrifikation, bezeichnet man den sozioökonomischen Strukturwandel bestimmter großstädtischer Viertel im Sinne einer Attraktivitätssteigerung für eine neue Klientel und dem anschließenden Zuzug zahlungskräftiger Eigentümer und Mieter.

Wer schon einmal versucht hat in Bonn eine bezahlbare Wohnung zu finden weiß, dass dies fast ein Ding der Unmöglichkeit ist. Wer wenig Geld hat, muss sich oft mir kleinen, renovierungsbedürftigen oder weit abgelegenen Unterkünften begnügen. Studierende, Auszubildende, Alleinerziehende und Geringverdiener können sich das Leben in der Stadt immer häufiger überhaupt nicht leisten.

Während die alten Bewohner der Stadt mehr und mehr an den Rand gedrängt werden, ziehen neue Menschen ins Zentrum. Wohnten in einem Haus vor der Luxussanierung noch normale Familien, Migranten, Rentner und Studierende unter einem Dach, ziehen hinterher Geschäftsleute und priviligierte Akademiker ein. In der Stadt werden laufend Gebäude abgerissen, es wird investiert und neu gebaut. In rasendem Tempo entstehen neue Luxus-Appartments, Shopping-Center, das WCCB und schicke neue Eigentumswohnungen. In Bonn sind der Neubau des „Maximilian-Centers“ am Hauptbahnhof und der Verkauf des gesamten Viktoriakarrees an den Investor Signa nur zwei prägnante Beispiele.

Ehe man sich versieht eröffnet dort, wo gestern noch das schnuckelige Café von nebenan war der brandneue Starbucks, bei dem sich kaum ein normaler Mensch regelmäßig einen Kaffee leisten kann und bei dem Gemütlichkeit eher klein geschrieben wird. Aus charmanten Kiosken werden Kunstgalerien und das älteste Kino der Stadt, das „Metropol“ musste schon vor Jahren der Buchhandelkette Thalia weichen. Viele Bonner werden sich auch noch daran erinnern, dass kurz darauf auch die Traditionsbuchhandlung Bouvier dicht machen musste.

Unsere Stadt verliert also nach und nach ihren Charakter und wird zu einem Sammelbecken von Einzelhandelsketten, Miethaien und Luxusangeboten für Reichen. Doch damit nicht genug: Während die Vorbereitungen für das Prestigeprojekt „Beethovenjahr 2020“ auf Hochtouren läuft und die CDU in Bonn gerne ein neues Festspielhaus bauen möchte, stehen unsere Schwimmbäder, Jugendzentren und Sportstätten, kleine Theater und alternatives Kunst- und Kulturangebot vor dem finanziellen Aus. Der Bürgermeister möchte anstelle der vier beliebten Stadtteilbäder ein teures Spaßbad auf dem Gelände einer ehemaligen Mülldeponie bauen und warb dafür zuletzt mit einem „Nein“ im ersten Bürgerentscheid der Bonner Geschichte.

Der Bürgerentscheid um den Erhalt unserer Stadtteilbäder, die Demonstrationen der Sportler für die Finanzierung ihrer Sportstätten und viele kleine Initiativen wie „Bonn im Wandel“ bilden die Stimmung in der Stadt gut ab: Die Bonner Bürger wehren sich, genau wie wir Jugendlichen, gegen den Ausverkauf unserer Stadt. Wir wollen eine lebenswerte Stadt, aus der niemand ausgeschlossen wird und echte Mitbestimmung möglich ist.

Darum fordern wir: Stoppt den Ausverkauf unserer Stadt!

  • mehr Mitbestimmung für Alle
  • Erhalt unserer Stadtteilbäder
  • Geld für Jugendzentren, Bildung und Kultur
  • bezahlbaren Wohnraum für Alle
  • kein Primark, kein „Maximiliancenter“ am Bonner Hauotbahnhof
  • keine Vertreibung von Wohnungslosen aus der Bonner Innenstadt
  • Viva Viktoria!

Leave a reply

Your email address will not be published.