Der Weg vom Hungerstreik zum BAMF

Der Weg vom Hungerstreik zum BAMF

Übersetzungen in Englisch, Arabisch, Französisch und Kurdisch (Sorani & Kurmanci)

In Troisdorf werden über 40 Flüchtlinge knapp ein ¾ Jahr über ihrer Zukunft im unklaren gelassen. Sie erhielten keinen Termin und fühlten sich alleine gelassen. Mit einem Hungerstreik suchten sie die mediale Öffentlichkeit und versuchten Druck auf zu bauen. Am 16.01.2016 fuhren einige Jugendliche der Bonner Jugendbewegung (BJB) nach Troisdof, um mit den Refugees zu reden und ihre Solidarität zu zeigen. Trotz des Hungerstreiks verbesserte sich die Lage in Troisdorf nicht.

0202 – Wir waren Dabei! Erfolgreiche Demonstration und Besetzung in Solidarität mit den Flüchtlingen!

0202 – Wir waren Dabei! Erfolgreiche Demonstration und Besetzung in Solidarität mit den Flüchtlingen!

Nach unserem Refugee Schul- und Unistreik am 02.02. schauen wir erschöpft, aber sehr glücklich auf einen tollen und erfolgreichen Tag zurück. Nicht nur haben sich über 400 junge Menschen versammelt, um für die Rechte der Flüchtlinge auf die Straße zu gehen, auch unsere Freunde aus einem Troisdorfer Flüchtlingsheim sind nach einer spontanen Besetzung des Ausländeramtes froh, endlich einen Termin für die Stellung ihres Asylantrags bekommen zu haben – und konnten sehen, dass es in Deutschland noch Menschen gibt, die sich wirklich dafür einsetzen, ihnen zu helfen.

HUNGERSTREIK in Troisdorfer Flüchtlingsunterkunft: „Wir sind Menschen, keine Tiere.“

HUNGERSTREIK in Troisdorfer Flüchtlingsunterkunft: „Wir sind Menschen, keine Tiere.“

[English version below]

Am 16. Januar lasen wir in verschiedenen Zeitungen, dass sich Flüchtlinge in einer Troisdorfer Unterkunft in einem Hungerstreik befinden. Wir beschlossen spontan dahin zu fahren, mit den Flüchtlingen zu reden und uns selbst ein Bild von der Situation zu machen. Als wir dort ankamen, fiel uns als erstes auf, dass im Gegensatz zu anderen Unterkünften von Flüchtlingen, kein Sicherheitsdienst vor Ort war. Angesichts der Tatsache, dass das BKA im Jahr 2015 924 Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte zu verzeichnen hatte, finden wir dies sehr beängstigend. Am Eingangsbereich sahen wir Transparente mit folgender Aufschrift:

DIE TOTEN KOMMEN nach Bonn.

DIE TOTEN KOMMEN nach Bonn.

Europas Küsten: Hunderte von Ertrunkenen werden jedes Jahr angeschwemmt. Lampedusa steht im Rampenlicht, aber im Mittelmeer gibt es viele solcher Orte.

Mit der Grenzschutzagentur FRONTEX hat die EU das gesamte Mittelmeer zu einem Kampfgebiet erklärt. Europa baut Zäune und Stacheldraht um die vor Krieg und Elend flüchtenden Massen aufzuhalten. Immer noch werden auf hoher See Flüchtlingsboote mit Gewalt abgedrängt. Die Seenotrettung wurde weiter reduziert, diese Menschenleben waren in Augen der EU zu teuer.

Das Mittelmeer ist zu einem Massengrab für Flüchtlinge geworden. Mehr als 25.000 Menschen ließen dort in den letzten Jahren ihr Leben.

1918634_582140998606756_1171441590646437074_nDie Toten aus dem Mittelmeer, ermordet durch das Europäische Grenzregime, sind nun nach Bonn gekommen. Sie liegen begraben vor der Bonner Uni, auf einem über Nacht entstandenen Friedhof.

REFUGEE SCHUL- UND UNISTREIK

REFUGEE SCHUL- UND UNISTREIK

SOLIDARITÄT KENNT KEINEN STUNDENPLAN!

Krieg, Zerstörung und Armut zwingen immer mehr Menschen zur Flucht. Sie lassen alles zurück und riskieren ihr Leben um Elend und Tod zu entkommen. Tausende sterben schon auf der Flucht. Doch statt den traumatisierten Menschen Schutz und Hilfe zukommen zu lassen, werden die Grenzen der EU völlig abgeschottet und auch in Deutschland die weiter Asylgesetze verschärft.

Ankommende Flüchtlinge werden in heruntergekommenen und überfüllten Lagern isoliert. Meist gibt es für Refugees weder ausreichend Sprachkurse noch andere soziale Angebote oder Möglichkeiten zu arbeiten: Nur den trostlosen Alltag im Lager. Dort leben sie täglich mit der Angst abgeschoben zu werden. Eine Abschiebung bedeutet für viele den sicheren Tod! Über 1000 Flüchtlinge haben schon versucht, sich aus Angst vor einer Abschiebung umzubringen. Und zu allem Überfluss erleben wir gerade eine nie dagewesene Welle rassistischer Gewalt gegen Flüchtlinge: 2015 zählte das BKA 924 Übergriffe auf Flüchtlingsunterkünfte.

Gegen diese menschenverachtenden Zustände regt sich Widerstand! In vielen Städten gingen hunderte Menschen raus, um die Refugees an den Bahnhöfen in Empfang zu nehmen und ihnen mit Sachspenden zu helfen. Und immer mehr wollen noch weiter gehen, schließen sich mit den Flüchtlingen zusammen und gehen für eine grundsätzliche Verbesserung der Lage auf Straße.

In Gedenken an Paris, Beirut, …

In Gedenken an Paris, Beirut, …

In der Nacht vom 13.11. auf den 14.11.2015 kam es zu terroristischen Anschlägen an insgesamt 6 Orten in Paris mit über 120 Toten. Mehrere Terroristen schossen beinahe zeitgleich um sich und zündeten Bomben u.a. vor einem Rockkonzert und vor einem Fußballstadion. Der IS hat sich öffentlich zu den Anschlägen bekannt. Am nächsten Tag haben wir als BJB um 15 Uhr am Münsterplatz eine Gedenkkundgebung veranstaltet. Unsere Gedanken sind heute bei den Angehörigen der Opfer in Paris. Opfer, die durch feige, terroristische Gewalt umgekommen sind. Terroristische Gewalt, die hätte verhindert werden können.

STOPPT DEN TÜRKISCHEN STAATSTERROR!

STOPPT DEN TÜRKISCHEN STAATSTERROR!

In der letzten Zeit hören wir sogar in deutschen Medien vermehrt von türkischen Angriffen auf die kurdische Bewegung. Doch über die momentane zugespitzte, kriegsähnliche Situation wird in den öffentlichen Medien nicht ausführlich berichtet.

Denn in der Realität bedeutet das konkret:

  • In den letzten sieben Tagen sind mehrere hundert Jugendliche und Erwachsene festgenommen wurden!
  • Bei Angriffen der Polizei auf Linke wurden mindestens sechs 18-24 jährige Studenten erschossen!
  • Der türkische Staat hat kurzeitig das Internet ausgeschaltet und sperrt bzw. löscht langfristig einige kurdische Nachrichtenportale und Twitter!
  • Kurdische Dörfer (Dersim, Kığ, Gure Spi…) sind von mutwillig gelegten Waldbränden gefährdet! Da von staatlicher Seite keine Hilfe kommt, wird die Bevölkerung aufgerufen sich an den Löscharbeiten zu beteiligen.
  • Nicht nur PKK-Stellungen werden bombardiert, sondern auch Stellungen der Volksverteidungseinheiten von Rojava (YPG) nahe der syrischen Grenze wurden mit Artillerie beschossen!

Aber die Bevölkerung wehrt sich!

Kögida blockiert – die kommen nicht wieder!

Kögida blockiert – die kommen nicht wieder!

Trotz des enormen Drucks der Polizei, haben sich die Gegendemonstranten das Recht erkämpft ihre Pflicht zu erfüllen und entschlossen Widerstand zu leisten.

Nachdem wir bereits die Rassisten von „Pegida“/“Bogida“ 2x erfolgreich aus Bonn vertrieben hatten, fuhren wir dieses mal nach Köln um die AntifaschistInnen dort beim Protest zu unterstützen.
Am Montag den 05.01.2014 kündigte auch in Köln ein Ableger der „Pegida“-Bewegung eine ihrer rassistische Demonstrationen an. „Kögida“ wollte vom Bahnhof in Deutz über den Rhein bis zur Domplatte marschieren.

Wie gewohnt war Kögida nicht in der Lage dazu die angemeldete Teilnehmerzahl zu erreichen. Der lächerliche Haufen von ca. 300 Rassisten bewegte sich Dank der 12.000 Gegendemonstranten keinen Meter.

Biji rojava! Refugees Welcome!

Biji rojava! Refugees Welcome!

Am Samstag den 6.12. sind wir gemeinsam zur NO-IMK-Demo nach Köln gefahren. Wir solidarisierten uns mit dem kurdischen Befreiungskampf, die als einige der wenigen fortschrittlichen Kräfte im nahen Osten den Kampf gegen die den Islamischen Staat ernsthaft aufnehmen. Das zweite Anliegen des Protests war die miserable Lage der Geflüchteten in Deutschland und die EU, welche für den Schutz ihrer Grenzen den Tod Zehntausender in Kauf nimmt.

Im Vorfeld hatte die Polizei versucht, die Demo zu verbieten und den Protest zu kriminalisieren. Das Verbot der Demo wurde erst am Tag davor aufgehoben und konnte nicht verhindern, dass 3000 Menschen kamen.

Wir konnten auch unsere Fähigkeiten im Ketten Bilden üben und so die Demo trotz der Provokationen durch die Polizei geschlossen und solidarisch zu Ende bringen. Einen kleinen Eindruck gibt dieses Video von unserem MitstreiterInnen der Interventionistischen Linken (IL).

Wir blicken der nächsten Demonstration am Montag dem 15. Dezember, wenn die Rassisten von BOGIDa in Bonn aufziehen wollen mit Kampfgeist entgegen.