Bericht zu unserer Demo vom 29.09.

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NACHTRAG: Staatliche Repression und öffentliche Diffamierungen gegen Jugend gegen Rassismus!

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Nach den bereits vergangenen Schul- und Unistreiks, die am 02.02. und am 27.04.2016 stattfanden, fand am Donnerstag, den 29.09.2016 unser lange vorbereiteter dritter Schulstreik statt. Während der Demonstration in Bonn gingen auch in neun weiteren Städten Schülerinnen und Schüler auf die Straße, um gemeinsam für ein solidarisches Miteinander und die Rechte von Flüchtlingen zu kämpfen. Einer von uns war in Berlin und hat bei der Demo unserer Freundinnen und Freunde eine Rede gehalten.

Die letzten Wochen nutzten wir, um an Schulen, Jugendzentren und Flüchtlingsheimen in Bonn Flyer und Plakate zu verteilen, um die Jugendlichen aufzurufen an unserem Streik teilzunehmen. Außerdem haben wir mit Aktionen, wie öffentlichem Plakatieren auf unseren Streik aufmerksam gemacht. In der Nacht auf den 28.09.2016 haben wir am Frankenbad Gräber aufgebaut, die an die tausenden ertrunkenen Opfer im Mittelmeer erinnern sollen, die durch das europäische Grenzregime gestorben sind. Unsere vergangenen Freitag Abende verbrachten wir damit Transparente für die Demo zu bemalen und die letzten Vorbereitungen zu treffen. Dabei waren wir sehr erfreut zu sehen, wie viele neue Gesichter uns unterstützt haben.

14542448_790216384455003_4658480842287198788_oDie Demo kann beginnen! Um 10 Uhr versammelten sich ca. 200 Schülerinnen und Schüler am Kaiserplatz in Bonn, die nicht weiter tatenlos in der Schule sitzen wollen, während anderen das Recht auf Bildung verweigert wird. Vorort bemalten wir die letzten Schilder und Kartons und stimmten uns mit Musik und Parolen wie „say it loud, say it clear, refugees are welcome here!“ ein. Gegen 11 Uhr erklärten wir mit einer Anfangsrede noch einmal, warum wir hier sind und zogen motiviert los. Wir liefen quer durch Bonn, um mit Parolen und Redebeiträgen ein Zeichen gegen Rassismus zu setzen.

14570666_790217061121602_1983141075251012557_oVor der Vertretung der EU-Kommission am Bertha-von-Suttner-Platz hielten wir eine Kundgebung über die Tragödie, die sich an der ägyptischen Küste abspielte und stellten Teelichter als Symbol für jeden Ertrunken auf. Anschließend hielten wir eine Schweigeminute, um den Toten zu gedenken. Nach diesem emotionalen Geschehen unterbrach ein Polizist genervt die ernste Stimmung mit dem respektlosen Kommentar „jetzt müssen wir auch noch die Kerzen wegräumen“.

14563474_790217787788196_7931730933276207336_nDas Duo “Rebel-Music“ überspielte, mit Liedern wie „Oberst Klein“ und „Kobane“ in denen sie Massaker der Bundeswehr in Afghanistan kritisieren und sich mit dem kurdischen Befreiungskampf solidarisieren, diesen Kommentar und machte den Menschen Mut nicht aufzugeben und weiter zu kämpfen. Um ein weiteres Zeichen zu setzen, bauten wir mit den Schülerinnen und Schülern eine Mauer aus Kartons, die bereits mit Parolen und Forderungen, wie z.B „Kein Mensch ist illegal“ oder „Gleiches Recht für alle“, beschriftet waren. Diese rissen wir dann unter lautem Geschrei gemeinsam ein, um so zu zeigen, dass man mit Protest die ,,Festung Europas“ einreißen kann!

Waehrend unserer Kundgebung zeigte einer aus dem Bus den Hitlergruß, dieser faschistische Gruß wurde bereits bei unserem ersten Streik und auch im Dezember 2014 bei einer Bogida Demo ohne Konsequenzen in Bonn gezeigt. Wir führten unsere Demo weiter fort bis zum Münsterplatz. 14543803_790218927788082_162721547233169906_oDort angekommen warteten wir bis sich alle versammelt haben und hielten unsere Abschlusskundgebung. Für einen schönen Abschluss der Demonstration sorgte Rebel-Music mit einem weiteren Auftritt. Anschließend räumten wir gemeinsam auf und ließen den Tag mit Musik im Hofgarten ausklingen. Der letzte Auftritt wurde jedoch von der Polizei gefilmt, doch wir fragen uns: Warum? Weil deutsche Waffenlieferungen kritisiert werden, weil Oberst Klein ein Mörder ist oder weil uns die Polizei einschüchtern will? Sowohl Rebel-Music als auch wir machen weiter und lassen uns nicht einschüchtern!

Wir sind dankbar für alle, die uns dabei aktiv unterstützt haben und sind froh über die vielen neuen ZuhörerInnen. Knapp 200 neue Menschen, denen wir unsere Positionen überbringen konnten, mit denen wir auf die Straße gegangen sind, Danke! Dennoch werden wir es nicht dabei belassen. Wir werden weiterhin auf die Straße gehen und für die Rechte von Flüchtlingen und Solidarität kämpfen und bitten dabei um eure Unterstützung! Bei unserer Demo waren Mitglieder der BSV aus Köln und Düsseldorf anwesend, wir nutzten die Gelegenheit, um uns zu vernetzen, damit wir den Protest noch weiter voran bringen können. Wenn ihr weiterhin Interesse daran habt, eure Meinung frei zu äußern oder einfach nur über die heutige Politik zu diskutieren, dann kommt uns freitags um 18.00 Uhr im DGB Haus (Endenicher Str. 127) besuchen und helft uns weitere Aktionen und Demonstrationen zu planen und zu organisieren. Die Treffen sind offen und finden jeden Freitag statt.

Lasst uns gemeinsam das Schweigen brechen und für unser und das Recht anderer kämpfen!

Kommende Aktionen

Samstag, 29.10.: Großdemo Fluchtursachen bekämpfen! Fahr gemeinsam mit uns im Bus nach Nürnberg zur BAMF Zentrale!

Samstag, 12.11.: Neonazis in Remagen stoppen! Letztes Jahr konnten wir eine Sitzblockade auf die Beine stellen, lasst uns versuchen dies zu wiederholen und die Rassisten nach Hause zu schicken!

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